Unser Neumatt

Wir stellen und vor und blicken zurück
Oberstufe
Das Neumattschulhaus kennt jeder - entweder von innen aus vergangenen oder heutigen Schultagen oder von aussen beim Vorbeigehen auf der alten Landstrasse. Man darf wohl sagen, dass dieses Gebäude nicht allzu hohen Ansprüchen - rein optisch betrachtet - zu genügen vermag. Wie so oft in der Liebe zählen aber auch hier primär die inneren Werte. Und diese sind gut!

110 Schülerinnen und Schüler werden von 17 Lehrpersonen in 17 Schulfächern in sieben Klassen und drei unterschiedlichen Niveaus, aufgeteilt auf drei Jahrgänge (7.-9. Klasse), unterrichtet. Nebst der Volksschule finden im Neumatt derzeit ECAP-Kurse (Deutsch für Fremdsprachige), HSK (Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur) sowie Musikunterricht statt. Auch ist das Sekretariat mit den beiden Schulleitern und der Sekretärin sowie die Schulsozialarbeit im Parterre des Neumatts untergebracht.
Unser Schulhausmotto "You'll never walk alone" (Du gehst nie alleine) steht stellvertretend für unser Miteinander. Lehrpersonen und Schülerschaft begegnen sich generell respektvoll, wohlwollend und hilfsbereit.
Obwohl der Betonbau aus den späten Sechziger auf festem Fundament steht, ist das Neumatt stets in Bewegung - jedenfalls die Geschichte, die sich dahinter befindet.
Kaum nach der Überführung der KOS (Kooperative Oberstufenschule) in eine Regelschule (Ober-, Sekundar- und Bezirksschule) wurde vor einigen Jahren die Strukturreform (Sek E, Sek B und Sek K) vollzogen.
Auch die Zukunft hält einiges an Wandel bereit. Ab Sommer 2018 beginnt die Einführung des Lehrplans 21 und die Schülerinnen und Schüler der bisher separat geführten Sek K werden in die Regelklassen integriert. Dies wiederum erfordert zusätzliches Personal sowie eine Umgestaltung der Räume.
So präsentiert sich das Neumattschulhaus heute. Spannend ist auch die Vergangenheit. Und wer kennt diese besser als Philipp Baumann? Er unterrichtete vom ersten Schultag an über 34 Jahren in diesem Schulhaus, war Gemeinderat und engagierte sich in verschiedenen Kommissionen und Vereinen.

Geschichte Neumattareal Dulliken
1968: Die Gemeindeversammlung bewilligte 2,5 Mio Fr. für den Bau eines
12-Zimmer-Schulhauses (inkl. zusätzliche Nebenräume) auf einer unbebauten Wiese in der Neumatt.
Die Oberstufe (ohne Bezirksschule) war damals im Kleinfeldschulhaus untergebracht. Dieses erste Gebäude wurde auf dem Neumattareal 1969 erstellt. 
Die Gemeinde Dulliken schickte ihre Bezirksschülerinnen und Bezirksschüler nach Olten, war aber sehr unzufrieden, dass der Anteil von 17% eines Jahrgangs weit unter dem kantonalen Schnitt von 34 % lag. Also wurde eine eigene Bezirksschule
gefordert.

Neumattareal 19691969 fand im damaligen Gemeinderatszimmer im Alten Schulhaus
eine denkwürdige Sitzung statt: Das Erziehungsdepartement (unter dem damaligen Erziehungsdirektor Dr. Alfred Wyser) schickte Dr. Arnold Bangerter und Dr. Carlo Jenzer mit einer neuen Idee nach Dulliken: Eine Gesamtschule sollte der Gemeinde als Versuchsschule angeboten werden. Neben diesen beiden Herren hatte der damalige Schulpräsident Walter Beutler die damalige Oberstufenlehrerschaft zu dieser Sitzung aufgeboten: Es waren dies die Herren Lukas Walter, Urs-Peter Baumann, Anton Baumann, Philipp Baumann und Frau Elisabeth Kaufmann. Dieses Kollegium sprach sich einhellig für die vorgeschlagene Lösung aus: Darauf befürworteten die Schulkommission wie der Gemeinderat diesen Schulversuch, eine öffentliche Orientierungsversammlung fand noch im Dezember 1969 statt. Die Gemeindeversammlung vom 9. März 1970 stimmte der Durchführung dieses Versuches zu. Die bisherigen Oberstufenklassen zogen in diesem Jahr ins neu gebaute Schulhaus Neumatt um.
Der Schulversuch Gesamtschule startete mit Beginn des Schuljahres 1971.

Neumattareal 1970 1973 lehnten die Stimmbürger den Bau einer Doppelturnhalle mit Kleinhallenbad ab. Damit mussten die Schulen Dulliken weiterhin mit der einzigen bestehenden Turnhalle auskommen.
Dank der Beziehungen der Bürgergemeinde Dulliken mit dem in die USA ausgewanderten Arnold Bärtschi wurde seine Verbundenheit mit der alten Heimat vertieft: Er wurde 1967 zum Ehrenbürger ernannt und stiftete für einen Bibliotheksbau eine Million Franken. Dieser konnte 1974 eingeweiht werden. Anfänglich waren darin noch zwei benötigte Reserveschulzimmer enthalten, die später durch den Kleinfeldpavillon ersetzt werden konnten. Erst dann erhielt die Bibliothek (mit einem Jugendraum) die heutige Grösse.
1975 wurde endlich der Bau der heutigen drei Neumattturnhallen vom Volk abgesegnet - aber ohne Aussenanlagen! Die Aussenanlagen wurden erst Ende 1976 bewilligt und konnten mit dem Schulsporttag vom 8. September 1978 eingeweiht werden.
Ein weiteres Bedürfnis der Schule war ein Naturgarten auf dem Neumattareal. Die damalige BWK (Bau - und Werkkommission) mit dem initiativen Präsidenten
Erich Oegerli setzte sich für dessen Realisierung ein. Dieses Projekt fand im Gemeinderat während des Winterhalbjahres 1978 Zustimmung und wurde 1979 mit der engagierten Unterstützung von Urs-Peter Baumann realisiert, der auch die weitere Betreuung sicherstellte.
1977 entschied sich die Gemeinde, die Gesamtschule auf Schulbeginn 1978 in eine Kooperative Oberstufenschule (KOS) zu überführen. Für die Konzeption dieses Schulmodells wurden Frau Erika Zila und die Herren Hango Rellstab und Philipp Baumann teilweise beurlaubt. Mit der Überführung in die KOS baute der Kanton seine Vergünstigungen in Form von Subventionen ab: Zwei Bezirksschullehrerstellen wurden nicht mehr subventioniert. Dadurch wurde die KOS etwas teurer.
Mit dem Debakel der Kantonalbank folgten die Sparwellen: Stütz- und Förderunterricht wie die Pannenkurse und Schülerarbeitsstunden wurden aus Kostengründen nicht mehr subventioniert. Dank der Grosszügigkeit der Gemeinde Dulliken wurden alle Kosten übernommen und die oben erwähnten speziellen Angebote weitergeführt. Aber das Modell einer Kooperativen Oberstufenschule konnte sich schweizweit nicht durchsetzen. Das bedeutete das Ende unserer KOS. Die Konzeption der jetzigen Sekundarschulreform setzt andere Prioritäten (Stichwort Integration), leider wurden damit die bewährten Niveaukurse abgeschafft. Ab dem Schuljahr 2010/2011 wurde mit dem Umsetzen dieser Reform begonnen.
1986 wurde zwischen Neumattschulhaus und der Bibliothek für 1,5 Millionen Fr. ein Zwischentrakt eingeschoben: Im EG ein grosser Naturlehrraum für Physik, Chemie und Biologie mit Vorbereitungsräumen. Im UG entstand ein zusätzlicher grosser Werkraum, der für Schülerinnen und Schüler verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten zuliess.
Trotz grossen finanziellen Problemen zeigte sich die Gemeinde Dulliken über Jahrzehnte hinweg (heute noch) immer sehr schulfreundlich.
Die oben erwähnten Schulmodelle sind in der 1993 erschienen Dorfchronik von Lukas Walter (Dulliken im 19. und 20. Jahrhundert) unter dem Titel Schulreformen im Detail dargestellt.
Philipp Baumann, pens. Sekundarlehrer, Im Schuldienst der Gemeinde vom 1969 bis 2003
 

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