LIFT Zertifizierungen

Premiere in Dulliken
Oberstufe
Am vergangenen Dienstag, den 30.10.2018, wurden in Dulliken erstmals Jugendliche für ihre Teilnahme am Jugendprojekt LIFT zertifiziert.

 

LIFT ist ein Integrations- und Präventionsprogramm an der Nahtstelle zwischen der Volksschule (Sek I) und der Berufsbildung (Sek II) und wurde als Projekt entwickelt.
Zielgruppe sind Jugendliche ab der 7. Klasse mit erschwerter Ausgangslage bezüglich späterer Integration in die Arbeitswelt. Kernelement sind regelmässige Kurzeinsätze, sogenannte „Wochenarbeitsplätze“, in Gewerbebetrieben der jeweiligen Region. Die Einsätze in den lokalen Betrieben erfolgen auf freiwilliger Basis in der schulfreien Zeit.

 

Die LIFT-Beauftragte der Schule Dulliken, Irene Wagner, begrüsste um 19:00 Uhr alle Anwesenden zur ersten Zertifizierung von sechs Jugendlichen der Oberstufe Dulliken. Die Anwesenden setzten sich aus verschiedenen Gruppen zusammen, welche zu Beginn einander vorgestellt wurden.

Von den Behörden der Gemeinde Dulliken waren unter anderem Walter Rhiner (Gemeindepräsident), Martin Wyss (Gemeinderat), Konrad Schenker (Gemeinderat) sowie Maja Fürsinger, Rita Moser und Barbara Schenker aus der Fachkommission Bildung anwesend.

Die Schule Dulliken wurde von den Schulleitern Frank Müller und Steffen Naydowski sowie diversen Fach- und Klassen-Lehrpersonen vertreten.

Aber auch aus der Wirtschaft waren Vertreter anwesend, namentlich Herr Baur von der Metalo AG, Herr Stäbler von Elektro Stäbler und Herr Bütler von der Buchhandlung Schreiber.

Die Protagonisten des Abends waren aber Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Dulliken, welche erfolgreich das LIFT-Projekt absolviert hatten.

 

Vor der Zertifizierung stellte Brigitte Gräppi von der Geschäftsstelle LIFT das Jugendprojekt kurz vor. Neben der Entstehung von LIFT präsentierte sie auch aktuelle Zahlen:

 

So wird momentan schweizweit an 250 Standorten über 4000 Jugendlichen ermöglicht, in über 4500 Betrieben ihre ersten Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. In sog. WAPs (Wochenarbeitsplätzen) können Schülerinnen und Schüler für 2-3 Stunden in der Woche verschiedene Tätigkeiten in einem angemessenen Arbeitsfeld ausführen. So nähern sich die Jugendlichen der Arbeitswelt Schritt für Schritt an und können sich nebenbei ein kleines Taschengeld verdienen. Im Kanton Solothurn bestehen momentan lediglich an 8 Schulen solche LIFT-Programme. Dulliken übernimmt diesbezüglich also eine kantonale Vorreiterrolle. Frau Gräppi schliesst ihre Rede mit einem Zitat von John F. Kennedy: «Es gibt nur eines was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung!»

 

Auch der Oberstufen-Schulleiter Steffen Naydowski war voll des Lobes für das Projekt LIFT und zählte die positiven Veränderungen an der Schule auf, seit LIFT gestartet wurde. Man könne beispielsweise klare Verhaltensveränderungen an Jugendlichen sehen, welche bei LIFT mitmachen. So sei zu erkennen, dass die Schülerinnen und Schüler selbständiger und organisierter ihre Berufswahl angehen. Das drücke sich auch in Zahlen aus: die Hälfte aller LIFT-Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bereits eine Lehrstelle für das Jahr 2019 gefunden, das sei ein grosser Erfolg. Die Erfahrungen und Erfolge der Jugendlichen wirken sich auch auf die anderen Schülerinnen und Schüler aus und erzeugen so einen positiven Druck in der Berufswahlfindungen. Die Schule sei Dank dem Programm auch vernetzter mit Behörden, dem BIZ und vor allem mit der Privatwirtschaft. So sei das Programm primär für die Teilnehmer ein grosser Erfolg, aber auch für die Gesamtinstitution Schule und dadurch auch für die Gemeinde Dulliken selbst eine grosse Bereicherung.

 

Ein Vertreter aus der Wirtschaft, Herr Baur von der Metalo AG, erzählte über seine Erfahrungen mit dem Projekt LIFT:

 

Die Metalo AG bietet den Jugendlichen von Dulliken im Rahmen von LIFT einen WAP an. Dabei werden den Schülerinnen und Schüler verschiedenste Arbeiten aufgetragen. Diese reichen von einfachen Fleissarbeiten bis hin zu berufsspezifischen Aufgaben wie schweissen, bohren und entgraten von Metallstücken. Am WAP erhalten die Teilnehmer ebenfalls ein klassisches Schnupperprogramm, in welchem die Jugendlichen vertiefte Einblicke in die Metallbearbeitung erhalten.

Obwohl ein WAP viel zusätzliche Arbeit für einen Betrieb bedeute, streicht Herr Baur aber auch die Chancen heraus, welche eine Firma durch einen WAP erhalte. So kann man einerseits den Jugendlichen handwerkliche Berufe näherbringen und andererseits qualifizieren sich zukünftige Lehrlinge an einem Wochenarbeitsplatz. So könne man auch passende Auszubildende für den eigenen Betrieb rekrutieren.

 

Nach diesen drei Referaten gehörte die Bühne den Jugendlichen. Zwei LIFT-Teilnehmende berichteten über ihre Erfahrungen mit dem Projekt und ihren WAPs. So hat ein Junge erzählt, dass er zuerst den WAP nur wegen dem Geldverdienen besuchte. Durch seine Tätigkeiten fand er aber plötzlich Gefallen an einem handwerklichen Beruf. Auch in der Schule und in der Berufswahl kam es so zu einem Sinneswandel. Heute habe er bereits eine Lehrstelle und sei mit seinem Leben zufrieden.

 

Eine zweite Schülerin erzählte von ihren Erfahrungen an zwei verschiedenen WAPs. So arbeitete sie zuerst als Logistikerin und später als Fachfrau Betreuung in einem Altersheim. Dort erkannte sie ihre Berufung zur Altenpflegerin. „Ich habe meinen Traumberuf gefunden!“ sagte die Teenagerin stolz. Sie wird im Sommer 2019 eine Ausbildung zur Assistentin für Gesundheit & Soziales antreten.

 

Dann folgte die Zertifizierung. Irene Wagner, die Betreuungsperson der LIFT-Schülerinnen und Schüler fand viele lobende Worte für die Jugendlichen. Sie haben sich ihren Sorgen und Ängsten gestellt und alle haben in ihren Möglichkeiten grosse Fortschritte gemacht. 50% aller Liftteilnehmer haben bereits eine Lehrstelle für den kommenden Sommer und die anderen seien auf dem richtigen Weg. Unter dem Applaus aller Anwesenden und den kommenden LIFT-Teilnehmerinnen und Teilnehmer, nahmen die 6 Zertifizierten sichtlich stolz ihre Diplome entgegen.

 

Im Anschluss an die Zertifizierung eröffnete Frau Wagner das Apéro. Bei kleinen Häppchen und einem Getränk fanden angeregte Diskussionen zwischen allen Anwesenden statt. Die zertifizierten Jugendlichen zeigten ihre Diplome zufrieden den Eltern und ihren Nachfolgern.

 

So endete die erste LIFT-Zertifizierung Dullikens – und allen Anwesenden war eines klar: Das Jugendprojekt LIFT ist für Dulliken ein voller Erfolg!

 

 

Für weitere Informationen:

 

http://www.schulen-dulliken.ch

https://jugendprojekt-lift.ch

 

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