Herbstlager der Oberstufe im Tessin

Oberstufe
Die 3. Sek B und die Sek K der Oberstufe verbrachten eine Lagerwoche unter einfachsten Bedingungen im Verzascatal im Kanton Tessin.

Das Campo Cortoi ist ein ehemaliges Maiensäss und bildet mit acht traditionellen Rusticos ein Lagerzentrum mit dorfähnlicher Struktur. Es befindet sich oberhalb des Dörfchens Mergoscia auf 1000 M.ü.M und ist nur zu Fuss erreichbar. Dieser Umstand bedeutete für die Jugendlichen aus Dulliken ihr Gepäck Wohl oder Übel zu schultern und während einem 40-minütigen Marsch bergaufwärts auf zu tragen. Aber nicht nur das eigene Gepäck musste hoch transportiert werden - Nein, das Essen für die gesamte Woche trugen die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrpersonen die rund 300 Höhenmeter hinauf. Insgesamt waren das schätzungsweise 130 Kilogramm! Das war ein grosser Krampf und als dann endlich alles Material oben abgeladen werden konnte, staunte man nicht schlecht über die enorme Leistung jedes Einzelnen.

 

Im Campo Cortoi wird traditionell, so wie es vor hundert Jahren üblich war, mit Holz geheizt und gekocht. In den Häusern gibt es kein Strom, lediglich mit Hilfe von Solarstrom wird ein Boiler betrieben, welcher zumindest für alle Schülerinnen und Schüler eine zwei-minütige warme Dusche generiert und für die Küche und den Essraum ein paar Glühbirnen speist. So gab es am Abend im Dörfchen, wenn es schon langsam die Dämmerung einbrach, die eine oder andere lustige Begegnung im Dunkeln. Man musste aufpassen, dass man sich ohne Taschenlampe nicht verirrt oder plötzlich einer Lehrperson Nichts ahnend fast in die Arme lief oder sie mit einem Kollegen verwechselte.

 

Damit jeden Tag der Ofen zum Kochen betrieben werden konnte oder man am Abend ein wärmendes Feuer im Essraum haben konnte, wurde am Dienstag ein Arbeitseinsatz geleistet. Dieser beinhaltete: Holz herbeitragen, von Hand in Stücke sägen und schliesslich mit dem Beil spalten. Es wurde zudem zum Erhalt vom Campo Cortoi beigetragen, in dem einige Schüler kleine Büsche und Bäume in Form schnitten. Eine weitere Gruppe sorgte dafür, dass am Mittag der durch die körperlich anstrengende Arbeit entstandene Hunger gestillt werden konnte und bereitete ein feines Tessiner Risotto zu. Am Nachmittag gab es für die Einen eine kreative Aufgabe, die darin bestand aus zugesagten Rundholzscheiben Türme zu bauen und zu gestalten. Dieses Werk wurde anschliessend am Eingang des Dörfchens angebracht und schmückte die Zeilen “Benvenuti a Campo Cortoi”. Die beiden Betriebsleiter Steffi und Mario haben sich sehr darüber gefreut. Während die eine Gruppe am Sägen, Schleifen und Malen waren, machte sich eine kleine Gruppe auf in den Wald. Das Campo Cortoi liegt auf einer Lichtung und ist umgeben von diversen Kastanienselven, in welchen teilweise uralte Bäume stehen. Viele Kastanienbäume haben in dieser Zeit die ersten Maroni bereits abgeworfen, so dass eine kleine Ernte zustande kam. Direkt auf der heissen Herdplatte in der Küche geröstet, schmeckten sie wunderbar. Als Dankeschön für den Arbeitseinsatz wurden die Schülerinnen und Schüler am Abend mit Pizzas aus dem Holzofen belohnt. Diese dufteten herrlich und waren super lecker, so dass sich jeder eine zweite, wenn nicht sogar eine dritte Portion gönnte.

 

Am Mittwoch wurden die Wanderschuhe montiert und der Rucksack mit Proviant bepackt. Man wollte das Valle Verzasca erkunden und so marschierte die Gruppe talaufwärts oberhalb des Stausees “Lago di Vogorno” entlang nach Corippo, einem winzigen Dörfchen. Nach gut drei Stunden Marschzeit gelangte man ins Dorf Lavertezzo und zur Ponte dei Salti, auf welcher man in das wunderbar klare und tiefblaugrüne Wasser der Verzasca blicken konnte. Berauscht vom schönen Anblick verweilte man an einem kleinen Strand am Fluss und ass genüsslich die selbstgemachte Calzone. Auf dem Rückweg talabwärts führte der Weg über die mächtige Staumauer, welche den Lago di Vogorno entstehen lässt. Manche blickten auf der Staumauer fasziniert die Bungee-Jumping Anlage an, von welcher sich im Film Goldeneye einst James Bond stürzte. Andere wiederum wollten lieber so schnell wie möglich ans andere Ende gelangen und dort auf den Bus warten, welcher zurück nach Mergoscia fuhr.

 

Am Donnerstag stand dann eine Exkursion nach Lugano auf dem Programm. Dort angekommen ging es weiter mit dem Schiff ins Museo doganale nach Cantine di Gandria. Ein kleines ehemaliges Zollhäuschen, direkt an der Grenze zu Italien, bietete viel Wissenswertes über die Geschichte des Schweizer Zolls. Es gab viele Installationen, Bilder und Videos über das damalige Leben und Arbeiten des Zollwächters, diverse Schmugglerwaren, die ausgeklügelten Tricks der Schmuggler und eine Sonderausstellung über Fälschung und Piraterie. Auf dem Weg nach Hause und einem etwas turbulenten Zug- Bus-Verbindungs-Wirrwarr erreichten wir Mergoscia erst relativ spät am Abend, so dass wir während unseres Aufstiegs ins Campo Cortoi von der Abenddämmerung und schliesslich der Dunkelheit im Wald überrascht wurden.

 

Am Freitagmorgen wurde nach dem Frühstück bereits wieder gepackt und alle Häuschen sauber geputzt. Mit einem anschliessenden Aufenthalt in Locarno am Lago Maggiore wurde eine gelungene Lagerwoche abgerundet und die Heimreise angetreten.

 

 

 

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