Coronazeit – Schulzeit

Oberstufe
Das Corona-Virus hat die Welt fest in seinem Griff. Vieles ist dadurch verlangsamt, gestoppt oder verändert worden. In allen Gesellschaftsbereichen sind diese Veränderungen spürbar – so auch in der Schule. Trotz der Schulschliessung findet aber weiterhin Unterricht statt. Was zuerst Homeschooling hiess und nun unter dem Begriff Fernunterricht läuft, ist von Gemeinde zu Gemeinde und von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich. Wir von der Oberstufe geben gerne einen Einblick, wie der Fernunterricht an der Oberstufe Dulliken umgesetzt wird.

Die Lehrersicht

Die neue Situation ist herausfordernd. Es müssen viele, neue organisatorische Massnahmen getroffen werden. Um den Schülerinnen und Schülern eine Tagesstruktur zu geben, beginnt der Unterricht immer gemeinsam um 09:00 Uhr. Die Jugendlichen melden sich bei ihren Klassenlehrpersonen und dürfen dann mit dem Arbeiten beginnen. Wir als Lehrer stehen den Jugendlichen als Lerncoaches per Email, Telefon oder Video-Chat zur Verfügung. Obwohl die Kommunikation und Administration deutlich zugenommen haben, gibt es auch positive Aspekte des Fernunterrichts: Die Jugendlichen können individuell in ihrem Tempo und Rhythmus lernen, niemand wird über- bzw. unterfordert. Frühaufsteher arbeiten mehr am Morgen, Langschläfer mehr am Nachmittag. Echte Selbständigkeit wird gefördert, da das Lernen von den Schülerinnen und Schülern oft selbst überprüft wird.

Damit es den Lernenden nicht langweilig wird, versuchen wir Pädagogen unseren Schützlingen eine möglichst bunte Palette von Aufgaben zu geben. Neben klassischen Rechen- und Lese-Aufgaben dürfen unsere Jugendlichen auch Origami falten, Vorträge auf Video aufnehmen, sich künstlerisch mit der Corona-Krise auseinandersetzen, Online-Quiz lösen, diverse Lernprogramme im Internet absolvieren und vieles mehr.

Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass die Schule und das Lernen nur durch echten sozialen Kontakt belebt werden. Wir alle sind bemüht, unseren Protegés eine bunte Auswahl von Lernmöglichkeiten zu bieten – und die Jugendlichen sind auch bemüht, die Angebote umzusetzen. Aber echte Schule kann mit allem Herzblut der Welt nicht ersetzt werden. Deshalb freuen wir uns alle gemeinsam auf die kommende Zeit des analogen Unterrichts.

 

Schülersichten

 

Schülerin der 2c - Homeschooling

Am Freitag, den 13. März hat der Bundesrat entschieden, dass die Schule zu bleibt. Es war gegen 16 Uhr als ich es erfahren habe. Ich habe es über den Klassenchat erfahren, da alle geschrieben haben. In der ersten Woche habe ich mich ein bisschen ausgeruht und mich ein bisschen gelangweilt, da ich nicht wusste, was machen.

Die Mädchen aus meiner Klasse mussten am Freitag, 20. März, um 10.30 Uhr beim Pingpongtisch beim Schulhaus sein und unser ganzes Schulmaterial holen. Auf dem Nachhauseweg dachte ich: «Wird das alles klappen oder nicht?» Als ich zu Hause war, habe ich das ganze Schulmaterial ausgepackt. Und alles auf den Tisch gelegt. Danach, als alles auf dem Tisch war, legte ich alle Hefte aufeinander, alle Bücher aufeinander und alle dicken Hefte aufeinander. Ich habe am Freitagnachmittag zirka zwei Stunden einfach Hausaufgaben gemacht, weil mir ziemlich langweilig war.

In den beiden folgenden Wochen mussten wir jeden Tag von Montag bis Freitag um 8.15 Uhr in den Klassenchat schreiben, dass wir da sind. Danach hatten wir bis 8.30 Uhr Zeit für unsere Tagesplanung. Wenn die Lehrperson uns geschrieben hat, dass die Planung gut ist, konnten wir anfangen. Wir hatten von 8.15 Uhr bis 17 Uhr Zeit, um zu arbeiten und den Lehrpersonen zu schreiben oder am Telefon Fragen zu stellen. Wir mussten jeden Tag mindestens drei Stunden lernen. Und danach den Lehrpersonen ein Foto von einzelnen Arbeiten und von unserem Arbeitsjournal schicken.

Ich habe immer gerade um etwa 8.20 Uhr, sobald ich das Okey hatte, mit Lernen angefangen. So war ich immer etwa am Mittag fertig und musste nach dem Mittag nur noch die Sachen an die Lehrpersonen schicken. So hatte ich fast immer einen freien Nachmittag. Ich fand es gut, dass wir täglich Rückmeldungen bekommen haben. So wusste ich, was ich gut gemacht habe und was ich am nächsten Tag besser machen musste.

Am 1. April mussten wir das SOL-Tagebuch in die Schule bringen. Das SOL-Tagebuch ist ein Heft, das wir auch in der Schule für das selbstorganisierte Lernen (SOL) brauchen, um Aufträge zu lösen und unser Lernen zu dokumentieren. Die Aufträge aus den anderen Fächern mussten wir am 3. April in die Schule bringen. Für die letzten zwei Tage habe ich neue Aufträge von den Lehrpersonen bekommen, da ich mit allem fertig war. Ich bin gut vorwärtsgekommen, weil ich mir alles sehr gut eingeteilt habe.

 

 

 

Schüler aus der 3a - Homeschooling “adventure”

After it got announced that the schools are getting shut down, we knew we were going to do homeschooling, but we didn’t know how, so we decided to wait until our teachers contacted us. To be honest, all of us were happy that we didn’t have to go to school so we were really excited.

But in fact, the first few days were quite boring because we couldn’t go out and meet our friends. It was a bit confusing, too because we didn't know how to work or what to do. I think most of the students can relate to the first week of homeschooling.

Then the teachers sent us a plan of the exact time that we had to be at school to collect all the material on Friday 20th March. And you may think that everybody got there on time. Well, if you thought that, you’re wrong because I overslept. Of course, most of my classmates and teachers started to text me and call me but you guessed it, I didn’t pick up because I was in a deep sleep until my mom called the neighbour who then rang my doorbell. When that happened, I realized that I was one and a half hours late. So, I texted my teachers and told them that I overslept and of course they were nice enough and waited for me until I got there and got my stuff.

After that, it became intense because we had to figure out most of the stuff by ourselves. We had a lot of different tasks, some of them, we had to do on papers, others online. In English we had to write texts like this one. In WAH we had to make a video of ourselves how we cook. In German we had to watch the news and write summaries of what they said. We also made origamis out of paper for our art class. This was quite difficult for me but somehow it worked. For history and music we had to read texts and answer questions. Another thing that we were doing was mindsteps in English, mathematics and German and some other tasks for other school subjects. I personally managed to finish everything on time. We also had something unexpected which was a mathematics test. We had 20 minutes to finish the test and when my teacher sent it to me, I felt quite nervous but eventually, I got myself together and managed to finish the test in the last 5 minutes. I don’t know how I did it, but I did it  and I was quite surprised when the teacher texted me a couple of days later and told me that it was correct.

Overall, I think that this homeschooling thing was quite an interesting journey and I personally liked it kind of. But to be honest, it was also boring sometimes and I really miss my friends and also my teachers. I miss going to school and seeing everyone.

I wish everyone the best and stay safe. By safe I mean do not get the coronavirus, do not forget to wash your hands and keep your distance.

I hope you liked my story about my journey during the quarantine and homeschooling.

 

 

Schüler der 3a – Meine Gedanken zum Homeschooling

Als das Thema mal angesprochen wurde, ob selbst unsere Lehrer einmal Opfer der Digitalisierung werden würden, hielten wir das kaum für möglich. Wie absurd muss sich das anhören, von Zuhause aus unterrichtet zu werden und von seinen Freunden fernzubleiben?

Die Corona Krise zeigte uns ab März, dass dies durchaus möglich ist. Einige Schülerinnen und Schüler freuten sich darüber, dass sie nicht mehr in die Schule gehen mussten und dass sie verlängerte Frühlingsferien haben. Für mich machte es sich am Anfang auch bezahlt, dass ich ein Stubenhocker bin und gerne lese.

Doch die Freude hielt nicht lange an. Die Nachteile beim Homeschooling sind, dass man fast gar keine sozialen Kontakte hat. Man vermisst seine Freunde, Kameraden, die Lehrpersonen, die man mag und die Lieblingsfächer. Auch ist es ein Nachteil, dass die Lehrer nur digital zu erreichen sind und man vielleicht nicht auf Anhieb versteht, was das Gegenüber meint. Es ist viel besser, wenn die Lehrer manchmal prüfend hinter einem stehen und man sich direkt von Angesicht zu Angesicht unterhalten kann.

Ich persönlich begann mir viele Fragen zu stellen in den verzweifelten Momenten, in denen wir nur so von Hausaufgaben überschwemmt wurden: „Wie lange wird das noch dauern?“, „Wann darf ich endlich wieder sorgenfrei mein Zuhause verlassen?“, „Wann darf ich wieder zur Schule?“, „Wie sieht es mit der Zukunft aus?“ und noch viel mehr Fragen. Wir als Abschlussjahrgang machen uns auch Sorgen, ob die Abschlusszeremonie stattfinden kann oder ob wir doch vielleicht zu viel Stoff verpassen und somit nicht vorbereitet sind für die nächsten Jahre.

Das Homeschooling bereitet aber nicht nur Sorgen, sondern ist auch eine Erholung vom Schulalltag und eine gute Übung für das selbständige Arbeiten. Man bekommt Aufgaben und man kann so in seinem Tempo arbeiten. Wir durften selber planen, wann man welche Aufgabe macht. Die Bedingung von den Lehrpersonen war jeden Tag drei bis vier Stunden zu arbeiten. Auch war der Vorteil, dass wir dann schlafen gehen konnten, wann wir wollen und nicht, weil wir es müssen. Man konnte dann ausschlafen und danach gemütlich und motiviert die Aufgaben erledigen.

Trotzdem hoffe ich, dass die Corona-Krise möglichst bald vorbei ist und wir uns nicht mehr zu viele Sorgen machen müssen und dieses Schuljahr erfolgreich beenden können.

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