Fernunterricht im Kindergarten - geht das? Und ob!

Kindergarten

Auch wenn der Lockdown nicht ganz so überraschend kam, warf dieser viele Fragen auf. Fernunterricht für den Kindergarten zu organisieren, forderte uns sehr heraus, da die Arbeit im Kindergarten vorwiegend auf der direkten Interaktion mit den Kindern basiert. 

Für die zwei Wochen vor den Frühlingsferien plante das Kindergartenteam gemeinsam den Fernunterricht. Nachdem wichtige Fragen geklärt waren, machten wir uns motiviert und voller Elan an die Arbeit. Zu Beginn mussten entsprechende Schwerpunkte gesetzt und ein passendes Thema als Leitfaden gefunden werden.  

Anschliessend konnte mit der Vorbereitung der notwendigen Dokumente begonnen werden: In kurzer Zeit mussten Informationsschreiben, klar verständliche Stundenpläne, Audio- und Videoaufnahmen, Werkanleitungen, Rezepte und vor allem eine Vielzahl an Kopien für 100 Kindergartenkinder erarbeitet und kopiert werden. 

Ziel war es stets, die Selbständigkeit der Kinder im Auge zu behalten. Dass dies im Fernunterricht aber nicht ohne die Unterstützung der Eltern funktioniert, war von Anfang an klar.

Whatsapp erhielt eine ganz neue Bedeutung für den Austausch zwischen dem Kindergarten und den Kindern zu Hause. Regelmässig wurden die Kinder so mit Audio- und Videoaufnahmen bedient. Im Gegenzug erhielten wir Rückmeldungen zu den erledigten Aufträgen in Form von Fotos oder Videos. Um den direkten Kontakt zu den Kindern so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, telefonierten wir mit ihnen oder sprachen mit ihnen per Videochat. 

Nach den Frühlingsferien ging es mit Fernunterricht weiter. Einige Kindergärten planten gemeinsam zu einem Thema, während andere an ihren Themen vor dem Lockdown anknüpften. Die Kinder wurden per Post mit neuem Material bedient oder kamen einmal pro Woche in den Kindergarten. Dort brachten sie erledigte Arbeiten mit und erhielten neue Aufträge. Kontakte zu den Kindern, Fragen und Rückmeldungen wurden weiterhin per Whatsapp ausgetauscht.

Die Herausforderung des Fernunterrichts war für die Eltern sowie auch für uns Lehrpersonen gross, denn die Form des Fernunterrichts musste, gerade zu Beginn, immer wieder angepasst werden. Es brauchte von allen Beteiligten viel Zeit und Geduld, sich damit zurecht zu finden. Die Mitarbeit und Unterstützung der Eltern und der Kinder hat uns aber sehr berührt und uns in unserem Tun bestärkt. Dafür ein herzliches MERCI an alle!!!

Am 11.Mai wird der Schulbetrieb wieder starten, darüber freuen wir uns. Dass der Kanton Solothurn von einem gestaffelten Wiedereinstieg – wie es der Lehrerverband gefordert hat - abgesehen hat, können wir nicht nachvollziehen und bedauern wir sehr. Nichts desto trotz sind wir guter Dinge und gehen den Wiedereinstieg motiviert und mit grossem Engagement an.

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